Gewährleistung

Gewährleistung – die Absicherung vor Mängeln

Gewährleistung, auch Gewährleistungsfrist, ist die veraltete Bezeichnung für Mängelansprüche.

Die Gewährleistungsfrist beträgt nach VOB/B 2 Jahre und nach BGB 5 Jahre. Achten Sie bei Angeboten von Unternehmen darauf, nach welchem Regelwerk die Gewährleistungsfrist und Mängelansprüche geregelt sind. Sowohl bei einem Neubau als auch bei einer Sanierung oder Modernisierung sind beide Varianten möglich. Unter Umständen sind die Kosten für einen Anbieter mit BGB-Regelung etwas höher, dafür sind Sie aber über einen wesentlich längeren Zeitraum abgesichert, was mögliche Mängel am Neubau angeht. Bei größeren Sanierungs- und Modernisierungsprojekten – und bei einem Neubau sowieso – lassen Sie sich unbedingt eine Bürgschaft oder eine Versicherung für Ihre Mängelansprüche aushändigen.

Generalübernehmer

Generalübernehmer – er plant, baut und gibt die Gewährleistung

Ein Generalübernehmer übt eine ähnliche Funktion wie der Generalunternehmer aus, beschäftigt aber keine eigenen Handwerker.

Der Generalübernehmer konzentriert sich beim Haus bauen auf die Erstellung der Planung, übernimmt das komplette Bauvorhaben und gibt die Gewährleistung darauf. Dies ermöglicht ihm, immer für das jeweilige Bauvorhaben die passenden und kostengünstigsten Unternehmer einzusetzen. So kann man davon ausgehen, dass für jedes Projekt die passende Mannschaft zusammengestellt wurde. Er benötigt  genau so wie der Generalunternehmer eine entsprechende Genehmigung des Gewerbeamtes.

Generalunternehmer

Generalunternehmer – er übernimmt den kompletten Hausbau

Für diese Tätigkeit ist eine spezielle Erlaubnis der Gewerbeaufsicht notwendig.

Der Generalunternehmer übernimmt die komplette Ausführung eines Hauses zum Teil mit eigenem Personal und zum Teil durch die Vergabe einzelner Gewerke an Fremdfirmen. Es handelt sich im Prinzip um ein Handwerksunternehmen, das sich beim Haus bauen die möglicherweise im eigenen Unternehmen fehlende Kompetenz zukauft. Der Generalunternehmer braucht eine spezielle Genehmigung des Gewerbeamtes, um dies zu tun.

Fußbodenheizung

Fußbodenheizung – für einen Neubau erste Wahl

Sparsamer Energieverbrauch dank niedriger Vorlauftemperaturen.

Die Fußbodenheizung ist im Neubau die meist verbreitete Variante. Aufgrund niedriger Vorlauftemperaturen zeichnet sie sich durch einen äußerst sparsamen Energieverbrauch aus und bietet die Möglichkeit, mit den häufig eingesetzten Luftwärmepumpen kostengünstig zu heizen. Die Fußbodenheizung gehört zur Kategorie der Flächenheizungen, zu der auch Wandheizsysteme und Deckenheizungen zählen. Die Erwärmung des Fußbodens sorgt für ein angenehmes Raumklima, da die Wärme überall im Raum gleichmäßig abgegeben wird. Im Neubau ist eine solide Heizungsplanung erforderlich, da die Fußbodenheizung später nicht mehr geändert werden kann. Beim Sanieren, Renovieren und Modernisieren gibt es die Möglichkeit, eine Fußbodenheizung nachzurüsten. Entweder, weil der Estrich sowieso getauscht werden muss. Oder aber es gibt – je nach Beschaffenheit des Bodens – eine Möglichkeit, die Rillen für die Heizleitung einzufräsen.

Auch mit einer Gasbrennwertheizung kann die Fußbodenheizung kostengünstig eingesetzt werden. Ihr Nachteil ist allerdings die Trägheit. Es braucht seine Zeit (durchaus einen Tag) bis der Raum die Temperatur erreicht hat, die am Thermostat eingestellt wurde. So ist sie beispielsweise für Kinderzimmer nur eingeschränkt sinnvoll, wenn man tagsüber im Warmen sitzen will und nachts im Kühlen schlafen möchte.

Fliesen

Fliesen – aus Steingut, Steinzeug oder Keramik?

Die Auswahl entscheidet auch über einen Teil der Baukosten.

Fliesen werden je nach Beanspruchung aus Steingut, Keramik oder Steinzeug hergestellt. Für die meisten Bauherren ist die Auswahl der Fliesen beim Haus bauen sicher ein entscheidender Moment, geben sie dem späteren zu Hause doch das Erscheinungsbild, das seine Bewohner jeden Tag wahrnehmen. Von daher sind die Fliesen für den Neubau und bei einer Sanierung gleichermaßen relevant. Beim Sanieren gibt es unter Umständen Restriktionen vom Untergrund her, der ansonsten entsprechend vorbereitet werden muss.

Mit der Auswahl der Fliesen entscheidet man auch einen maßgeblichen Teil der Baukosten. Sowohl Wand- als auch Bodenfliesen sind in den unterschiedlichsten Preisklassen zu bekommen. Über den passenden Baustoffhändler besteht die Möglichkeit, eine breit gefächerte Auswahl bemustern zu können und so auch im mittleren Preissegment das zu finden, was einem persönlich gefällt.

Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht zur auf den Preis schauen. Sehr günstige Fliesen können einen deutlich höheren Aufwand bei der Verlegung nach sich ziehen, was Ihre Einsparung beim Material wieder zunichte macht. Bei der Wahl der Fliesen sollten Sie darauf achten, dass die Fliesen möglichst eben, nicht zu sehr gewölbt (was beim Brennen schnell geschieht) und symmetrisch ordentlich in Form sind.

Fertighaus

Fertighaus – deutlich reduzierte Bauzeit, geringeres Fehlerrisiko

Das Fertighaus besteht aus Montageelementen, die in einem Werk bereits vorgefertigt und auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt werden.

Wer sich beim Haus bauen für ein Fertighaus entscheidet, kommt in den Genuss zweier Vorteile: Beim Fertighaus können viele Ausbaustufen bereits unter idealen Bedingungen im Werk erfolgen, was das Fehlerrisiko auf der Baustelle und die Bauzeit für den Neubau des schlüsselfertigen Einfamilienhauses oder Mehrfamilienhauses deutlich reduziert. Häufig kommen bei Fertighäusern Holzrahmenbauweisen zum Einsatz, die sehr gut gedämmt werden können. Es gibt aber auch Verbundstoffe, die ein dünnes Ziegelmauerwerk mit Holzständern kombinieren. Fertighäuser eignen sich aufgrund ihrer guten Dämmmöglichkeiten sehr gut, um ein Passivhaus herzustellen.

Fenster

Fenster – in Kunststoff, Aluminium und Holz erhältlich

Fenster sind sowohl bei beim Bau eines neuen Hauses als auch bei der Modernisierung/Sanierung eines Gebäudes einer der Hauptpunkte, die das Bauwerk maßgeblich beeinflussen.

Bei Fenstern gibt sowohl die unterschiedlichsten Materialien als auch verschiedenste Beschläge und Glasqualitäten. Die häufigsten Materialien der Rahmen (Profile) sind heutzutage Kunststoff. Er ist langlebig, pflegeleicht und nicht sehr kostenintensiv. In den meisten Fällen werden heute weiße Kunststofffenster verbaut. Daneben gibt es Aluminiumfenster, die sehr hochwertig und langlebig sind. Sie sind in vielen verschiedenen Farben erhältlich.

Nach wie vor gibt es auch Holzfenster, die sehr gemütlich wirken, aber eben einen höheren Pflegeaufwand mit sich bringen und auch für gewöhnlich teurer sind als Kunststofffenster. Will man Individualität, Wohngefühl und Langlebigkeit eines Fensters kombinieren, so wählt man  Holz/Alu-Fenster. Diese Profile sind außen mit Aluminium und innen mit Holz ausgeführt. Sie wirken sehr edel, geben dem Haus von außen ein modernes Erscheinungsbild und sorgen innen für die Behaglichkeit, die Holz als Baustoff mit sich bringt.

Sicherheitsklassen

Fenster werden in verschiedene Sicherheitsklassen (Widerstandsklassen) eingeteilt. Das „RC“ steht dabei für „Resistance Class“ was die englische Übersetzung von Widerstandsklasse ist.

Folgende gängige Sicherheitsklassen nach DIN EN 1627 gibt es:

DIN EN
1627
Wider-
standszeit
Tätertyp/Täterverhalten
RC1 N 3 Minuten Bauteile der Widerstandsklasse RC1 N weisen nur einen geringen Schutz gegen den Einsatz von Hebelwerkszeugen auf.
RC2 N 3 Minuten Der Gelegenheitstäter versucht, zusätzlich mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendreher, Zange und Keile, das verschlossene und verriegelte Bauteil aufzubrechen.
RC2 3 Minuten Der Gelegenheitstäter wird versuchen, mit einfachen Werkzeugen –  etwa Zange,  Schraubendreher und Keilen – das verschlossene und verriegelte Fenster aufzubrechen.
RC3 5 Minuten Der Täter versucht zusätzlich mit einem zweiten Schraubendreher und einem Kuhfuß sowie mit einfachem Bohrwerkzeug das verschlossene und verriegelte Bauteil aufzubrechen.
RC4 10 Minuten Der erfahrene Täter setzt zusätzlich Sägewerkzeuge und Schlagwerkzeuge wie Schlagaxt, Stemmeisen, Hammer und Meißel sowie eine Akku-Bohrmaschine ein.
RC5 15 Minuten Der erfahrene Täter setzt zusätzlich Elektrowerkzeuge wie zum Beispiel Bohrmaschine, Stich- oder Säbelsäge und Winkelschleifer ein.
RC6 20 Minuten Der erfahrene Täter setzt zusätzlich leistungsfähige Elektrowerkzeuge wie beispielsweise Bohrmaschine, Stich- oder Säbelsäge und Winkelschleifer ein.

 

Verglasung

Die Verglasung ist entscheidend für den Energiebedarf eines Hauses. Je größer dabei die Fensterflächen sind, umso bedeutender ist die Wahl der richtigen Verglasung. Inzwischen gehören dreifach verglaste Fenster im Neubau zum Standard. Der Kostenunterschied zum zweifach verglasten Fenster ist relativ gering. Bei der Sanierung gilt es jedoch auch das Mauerwerk zu beachten. Moderne Fenster sind in den Rahmen hochwärmedämmend was dazu führt, dass das Fenster außen relativ kalt bleibt. So ist es bei modernen Fenstern keine Seltenheit das die Scheiben heute von außen beschlagen, nicht wie früher von innen. Das ist also kein Fehler, sondern eigentlich ein Qualitätsmerkmal. Setzt man nun ein solch modernes Fenster bei einer Modernisierung in ein nur schlecht gedämmtes Mauerwerk ein, kann es durchaus passieren, dass der sogenannte Taupunkt sich in die Wand verlagert, weil die Wand kälter ist als das Fenster. Das ist bei alten Fenstern genau anders. Und der Taupunkt in der Wand führt an dieser Stelle zu Feuchtigkeit was die Schimmelbildung begünstigt. Von daher ist bei der Sanierung der gesamte Wandaufbau in Betracht zu ziehen.

Farbsysteme

Farbsysteme – damit der Farbton immer gleich bleibt

Zur Vereinheitlichung von Farben werden Farbsysteme nach DIN oder RAL genutzt.

Besonders bei Bauelementen und Metallbauteilen, die sichtbar bleiben, werden die Farben sehr häufig in RAL-Farben angegeben. Diese Farbtöne sind genormt. So ist zum Beispiel ein weiß in RAL 9016 immer gleich weiß. Insbesondere wenn man farbige Bauteile verschiedener Gewerke kombiniert, sollte immer auf die Angabe der RAL-Farbe bei jedem Gewerk geachtet werden. So ist eindeutig definiert und sichergestellt, welcher Farbton geliefert wird. Es gibt auch entsprechende Farbkarten, die die RAL-Farben darstellen. Dabei sind die RAL-Farbtöne häufig auch die kostengünstigere Variante als bestimmte Sonderfarben.

Anders ist das bei Innenfarben. Hier lässt sich aus einer beinahe unendlichen Vielfalt an Farben wählen. Sie werden heute mit Hilfe von computergesteuerten Mischanlagen auch immer gleich gemischt. So ist es auch kein Problem, wenn man während des Hausbaus oder einer Renovierung von einem Farbton nochmal etwas nachkaufen muss. Die Anlage stellt immer die gleiche Farbe her und gehört in den entsprechenden Fachabteilungen von Baumärkten zur Standardausrüstung.

Fanggerüst

Fanggerüst – für mehr Sicherheit, besonders bei Arbeiten am Dach

Auf ein Gerüst darf bei Arbeiten in der Höhe keinesfalls verzichtet werden.

Der Einsatz eines Gerüsts ist bei Arbeiten in der Höhe unerlässlich, egal ob Sie ein Haus bauen oder ein bestehendes Gebäude sanieren. Zum einen bietet das Gerüst die Möglichkeit, bequemer seine Arbeit erledigen zu können. Noch vielmehr aber dient das Fanggerüst auch der Sicherheit. Insbesondere Arbeiten am Dach werden nicht ohne Fanggerüst erledigt.

Übrigens: Solch ein Fanggerüst ist vergleichsweise günstig. Deshalb sollten auch im privaten Bereich die Kosten dafür nicht gescheut werden. Wenn man überlegt, wie schwerwiegend die Folgen eines Absturzes sein können, rentieren sich die wenigen Euros für ein solches Gerüst auf jeden Fall.

Energieeinsparverordnung (EnEV)

Energieeinsparverordnung (EnEV) – das Regelwerk für die energetische Planung

Vorgaben für den Wärmeschutz und die Heiztechnik in Gebäuden.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist die Bibel und daher das maßgebliche Regelwerk für die energetische Planung von Gebäuden. Die letzte Fassung stammt aus dem Jahre 2016, weshalb von der „EnEV 2016“ gesprochen wird. Die Energieeinspar-Verordnung macht Vorgaben in Bezug auf Wärmeschutz und Heiztechnik in Gebäuden, um den Energieverbrauch der Häuser zu reduzieren und auch die Klimaziele der Bundesrepublik Deutschland zu erreichen. Die EnEV gibt vor, wie viel Energie einzelne Gebäude verbrauchen dürfen und welche Richtwerte sowohl beim Neubau, aber auch bei genehmigungspflichtigen Anbauten einzuhalten sind. All diese Daten sind in einem Energieausweis zusammenzufassen. Üblicherweise wird vor dem Haus bauen mit dem Bauantrag auch ein Wärmeschutznachweis eingereicht, um die Konformität des neuen Gebäudes darzulegen. Dies hat die heutigen Gesamtkosten für den Hausbau mit nach oben getrieben. Sicherlich ist es sinnvoll auf eine energiesparende Bauweise zu achten, Energieeinsparung hängt jedoch auch von der Lebensweise der Bewohner eines Hauses ab.

Auch bei der Sanierung eines Hauses ist es absolut sinnvoll zu prüfen, welche Energieeinsparmaßnahmen mit dem Modernisierungsprojekt umgesetzt werden sollten.